Über Cahal Armstrong

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„Ich liebe Fantasy und Science Fiction in allen Erscheinungsformen. Ich versuche mit meinen Erzählungen das zurückzugeben, was so viele Autoren und all die anderen Kreativen dieser Welt mir geben: Eine Möglichkeit, die Grenzen der eigenen Erfahrungswelt zu sprengen und in die Abenteuer und Sagen einzutauchen, die das Leben so viel reicher und schöner machen!

Cahal schreibt regelmäßig seit Ende der Neunziger Jahre. Er hat Literatur-, Sprach- und Medienwissenschaft (Germanistik und KuWi) studiert, bevor er seinen Abschluss an der Filmschule machte. Dort hat er seine Drehbücher verfilmt und den Umgang mit der Kamera erlernt – seine zweite große Leidenschaft, die ihn schließlich Fotograf werden ließ. Nach einigen Jahren mit eigenem Studio, Galerie und Präsenz auf Kunstausstellungen, veröffentlichte er 2011 sein erstes eBook. Der große Erfolg seiner Buchreihe Nefilim KI verlangte nach einer Entscheidung zwischen Beruf und Berufung. Cahal Armstrong hat sich für das Leben als Schriftsteller entschieden und schreibt unter Pseudonym.

Er lebt und arbeitet mit seiner Frau in Bremerhaven, der Stadt am Meer, um ungestört in die Welten seiner Fantasie abzutauchen.

Interview auf „Ich mach was mit Büchern“ (2012):

Cahal Armstrong: Ich bin Indie-Autor. Ich lebe vom Schreiben.

von Cahal Armstrong am 30. April 2012

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin Cahal Armstrong, Indie-Autor. Ich lebe vom Schreiben. Meine Romane bewegen sich im Bereich von Science-Fiction und Fantasy. Dass ein Schriftsteller in Deutschland ausschließlich von seiner Schreibtätigkeit existieren kann, ist ja eher ein Ausnahmefall. Das gilt für Indies und Verlagsautoren gleichermaßen. Zu verdanken habe ich mein neues Leben als Schriftsteller einerseits Amazon/KDP, andererseits meiner konsequenten Entscheidung, ein Indie-Autor mit ganzem Herzen zu sein. Als ich meinen ersten Roman fertig hatte, war ich ein halbes Jahr lang hin- und hergerissen, ob ich eine Agentur bzw. Verlage anschreiben soll, oder ob ich es mit dem Selfpublishing versuche. Angst vor Stigmatisierung (»vanity-publishing«) und der schlechte Ruf der Indie-Autoren hielten mich zunächst ab. Doch dann überlegte ich mir, dass ich nichts zu verlieren hätte, sondern vielmehr eine Chance auf das erhielte, was jeder Schriftsteller sucht: Publikum. Ich habe also jeden Gedanken an Verlage ganz konsequent aus meinem Bewusstsein verbannt, und mich ausschließlich auf das Selfpublishing konzentriert. Ein Dreivierteljahr ist seit den Vorbereitungen für meine erste Veröffentlichung vergangen und plötzlich bin ich Schriftsteller, schreibe wie ein Wahnsinniger und habe unglaublich nette Fans, die schon sehnsüchtig auf Fortsetzungen warten. Ich glaube, viele Autoren haben Angst davor, die Verantwortung für Ihre Werke allein zu tragen und hoffen auf die Unterstützung durch einen Verlag. Doch eigentlich braucht es nur zwei Dinge: Schriftsteller und Leser. Das Lesen von eBooks stellt also eine Bereicherung der Leselandschaft dar, fördert es doch neue Wege, wie Menschen über das geschriebene Wort zueinanderfinden können. Dabei entsteht auch gerade für den Leser eine neue Mündigkeit. Durch Leseproben kann man nämlich selbst entscheiden, ob man etwas lesen möchte oder nicht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn ich morgens aufstehe, packt mich die Schreibwut, bis ich die Kaffeekanne geleert habe. Das ist etwa zur Mittagszeit. Danach widme ich mich den anderen Dingen, die die Tätigkeit als Selfpublisher mit sich bringt. Ich kümmere mich um meine Webseite, beantworte Emails und Kommentare meiner Leser, überlege mir, ob die Idee für das nächste Cover richtig ist, konvertiere ein Manuskript, korrigiere Fehler. Es schlagen gewissermaßen zwei Herzen in meiner Brust, ein Kreativ-Herz und ein Business-Herz. Beide Seiten machen Spaß, aber am Nachmittag packt mich wieder die Schreibwut und dann schreibe ich eine Outline oder eine Kurzgeschichte. Manchmal geschieht auch alles in umgekehrter Reihenfolge. Ich arbeite rund 60 Stunden in der Woche (manchmal mehr), bin gerne auch gedanklich in meinen Welten unterwegs und kein leidenschaftsloser Schreibroboter, der die Maus wegschiebt und dem es egal ist, in welchem Genre er schreibt. Ich liebe Science-Fiction und Fantasy, das Unbekannte und Mystische. Daher bewegen sich meine Erzählungen auch stets in diesen Bereichen. Ich schreibe ausschließlich über das, was mich selbst begeistert und richte mich nach keinem Trend. Das ist eine unbeschreibliche Freiheit, ein wirklich gutes Gefühl. Insbesondere, wenn man den geringen Anteil von Science-Fiction am Buchmarkt anschaut und sich überlegt, wie schwer es junge Autoren haben, sich dort zu platzieren.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Als ich im Oktober 2011 zum ersten Mal nach 15 Jahren Schreiberei im stillen Kämmerlein veröffentlichte, hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich ein vollständiges Einkommen allein aus dem Verkauf von eBooks generieren würde. Ich habe das eher als Nebentätigkeit begriffen, basierend auf der allgemein verbreiteten Negativ-Stimmung unter Schriftstellern und Verlagen. Wenn man nur von abgewiesenen Manuskripten und dem Verfall des Abendlandes und der Lesekultur hört, kann man schnell übersehen, dass mehr gelesen wird, als je zuvor. Der Erfolg hat mich dann etwas überrannt. Inzwischen habe ich meine eigentliche Tätigkeit an den Nagel gehängt und widme mich nur noch meiner Arbeit als Schriftsteller. Das ist traumhaft.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Ein typisches Problem ist das Cover. Man sollte diesen Punkt nicht unterschätzen. Ein professionelles Cover mit einer Illustration und einem anständigen Layout ist nichts, was man mal eben »photoshopt«, egal wie clever man zu sein glaubt und ich spreche hier mit der langjährigen Erfahrung eines Profis. Illustratoren und Grafikdesigner brauchen berufliche Qualifikationen, für die man studieren muss. Wer da am falschen Ende spart, kann sich das Veröffentlichen eigentlich auch gleich sparen. Dabei ist ein Cover nicht mal teuer und die gesparte Zeit lässt sich mit kreativer Schreibarbeit gewinnbringend nutzen. Ich hatte von vornherein eine Profi-Illustratorin zur Hand und bin sehr glücklich darüber.

Bildquelle: Cahal Armstrong